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„Ich wollte mit Menschen arbeiten“

Isabelle Schreiber hat ihren Bachelor in „Soziale Arbeit mit gemeindepädagogisch-diakonischer Qualifikation“ gemacht. Heute baut die Alumna der Evangelischen Hochschule im Ev. Dekanat an der Dill mit viel Engagement das Projekt Jugendkirche „Lightroom Church“ auf.

„Eigentlich wollte ich erst für die Kirche arbeiten, wenn ich 50 bin“, sagt Isabelle Schreiber und stimmt das für sie so typisch fröhliche Lachen an. Jetzt ist sie erst 28 Jahre alt und arbeitet doch für die evangelische Kirche – als Gemeindepädagogin für das Dekanat an der Dill in Herborn. Und das schon seit zwei Jahren und mit viel Begeisterung. Warum sie sich umentschieden hat? „Während meines Studiums an der EHD habe ich ein Praktikum in meiner alten Heimatgemeinde nahe Biedenkopf gemacht“, erzählt sie. Sie sollte einem Teenkreis für Jugendliche neues Leben einhauchen, was ihr schon nach wenigen Wochen gelang. „Ich habe gesehen, dass meine Arbeit den Jugendlichen Spaß macht.“ Eine Art Initialzündung, fortan auch ihr Studium mehr auf den gemeindepädagogischen Aspekt auszurichten. „Was ich seither nie bereut habe“, betont sie.

Schreiber stammt aus einer Familie, in der christliches Engagement zum Alltag gehört. Kindergottesdienst, Konfi-Kreis, Jungschaar, „kirchliche Arbeit hat in meinem Leben immer eine Rolle gespielt.“ Dass sie einen sozialen Beruf ergreifen würde, wusste sie schon als Abiturientin. „Ich wollte mit Menschen arbeiten.“ Eine Bekannte, „die schon studierte und von der EHD begeistert war“, weckte ihr Interesse an einem Studium in Darmstadt. Isabelle Schreiber bewarb sich, zuerst jedoch nicht erfolgreich. Sie machte dann ein längeres Praktikum in der Sozialen Arbeit.

Zunächst erwog sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in Afrika. „Ich wollte gerne ins Ausland“, erinnert sie sich. Aber dann entschied sie sich doch für Deutschland und wählte Köln für einen einjährigen Aufenthalt. Beim „Arche“-Projekt kümmerte sie sich um sozialschwache Familien, half Kindern bei den Hausaufgaben, betreute Jugendliche. Die offene Atmosphäre in der rheinischen Großstadt und im Projekt gefiel ihr. „Das war eine sehr gute Erfahrung und hat mich in meinem Studien- und Berufswunsch bestätigt.“

Die EHD war für sie die richtige Wahl. „Die Hochschule ist schön klein und sehr praxisorientiert.“ In ihren integrierten Praxisphasen im Umfang von ca. einem Jahr sammelte sie viel praktische Erfahrung, bei der sie auch ihr Fachwissen anwenden konnte. Das Studium ließ zudem Raum für Selbstreflektion, „um sich auch als Person neu kennenzulernen“, berichtet sie. Von 2013 bis 2017 absolvierte sie ihr Bachelorstudium in Soziale Arbeit mit gemeindepädagogisch-diakonischer Qualifikation. Eine Masterausbildung hat sie bisher nicht angeschlossen. Stattdessen verwirklichte sie doch noch ihren Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt und lebte ein Jahr in Paris als Aupair in einer Familie mit kleinen Kindern. Dort konnte sie ihr Französisch verbessern und gleichzeitig ihr pädagogisches Fachwissen anwenden.

Von Frankreich aus bewarb sie sich in Herborn auf ihre aktuelle Stelle als Gemeindepädagogin. „Eine neue Jugendkirche aufzubauen, etwas Neues zu entwickeln, fand ich sehr spannend.“ In Kooperation mit dem CVJM arbeitet sie mit einem vierköpfigen ehrenamtlichen Team im Jugendcafé des Dekanates, organisiert Veranstaltungen, Jugendabende oder Open-Air-Gottesdienste. Das Café soll ein Sammelpunkt sein, ein Ort der Begegnung und des Austausches für alle Jugendlichen aus dem Einzugsgebiet des evangelischen Dekanates an der Dill. „Das läuft sehr gut“, sagt Isabelle Schreiber – wenngleich die Pandemie viele Aktivitäten erst mal ausgebremst hat. Rund 30 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren kamen bis dahin täglich vorbei. Die EHD-Alumna wurde schnell auch zur Kummerkasten-Ansprechpartnerin, wenn es um Probleme in der Schule, mit den Eltern oder Liebeskummer ging. „Ich höre zu, gebe Feedback. Ein seelsorgliches Gespräch führe ich pro Woche.“ In Corona-Zeiten versucht sie mit Spaziergängen, über Instagram oder WhatsApp mit den Jugendlichen Kontakt zu halten.  „Das ist nicht das Gleiche, funktioniert aber.“ Ihr Team und die Jugendlichen fiebern dem Ende der Pandemie entgegen, damit „wir endlich wieder mit viel Enthusiasmus loslegen können“, sagt Isabelle Schreiber

Text: Astrid Ludwig


Nicola Herz

Nicola Herz wusste schon als Schülerin, was sie wollte: Sie wollte mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die 25-Jährige Gemeindepädagogin arbeitet vier Tage die Woche auf einer 3/4 Stelle, die dem Dekanat Groß-Gerau zugeordnet ist. Seit 2018 ist die gebürtige Groß-Gerauerin für die Kinder- und Jugendarbeit mitverantwortlich. Sie organisiert Freizeiten, Workshops und Fortbildungen. Unlängst war sie auf einer Konfirmandenfreizeit, dann stand der Jugendkirchentag in Wiesbaden an. Mit den Kolleg/inn/en kümmert sie sich um das Programm, entwickelt inhaltliche Ideen und betreut Projekte.

Ihre Ausbildung begonnen hat sie mit dem Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit mit gemeindepädagogischer/diakonischer Qualifikation“, der heute mit einigen Veränderungen „Diakonik/Gemeindepädagogik und Soziale Arbeit“ heißt. Entscheidend war der Besuch der Hochschul- und Berufsinformationstage (hobit) in Darmstadt. Sie besuchte den Info-Stand der Evangelischen Hochschule Darmstadt und danach war klar, „dass ich unbedingt Gemeindepädagogin werden und unbedingt an der EHD studieren wollte.“

Darmstadt war ihre 1. Wahl, weil sie nie „nur eine Nummer sein wollte. Ich wollte, dass die Professor/inn/en mich kennen“. Ihre Bilanz: „Das Studium hat mir viele Türen geöffnet. Ich habe einen guten Überblick für den Berufseinstieg bekommen.“

Foto: Astrid Ludwig

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