Unsere Absolvent*innen


Wunschberuf gefunden

Jana Graf engagiert sich seit ihrer Schulzeit ehrenamtlich in der Jugendarbeit und der Kirchengemeinde. Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt gemeindepädagogisch – diakonischer Qualifikation zu studieren, lag für sie daher nahe. Das Studium an der Evangelischen Hochschule ist dabei fast schon eine Familientradition.

„Die Interaktion mit Menschen reizt mich“, antwortet Jana Graf, wenn sie gefragt wird, warum sie sich für den Studiengang Soziale Arbeit entschieden hat. Die 24-Jährige hat immer schon gerne mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Schon als Jugendliche engagierte sie ehrenamtlich in ihrer Gemeinde in Ludwigshafen, betreute Kinderbibeltage und Freizeiten. Nach dem Abitur half sie auf Landesebene bei der Organisation von Freizeiten der Evangelischen Jugend in der Pfalz, unternahm auch Auslandsfahrten mit den Jugendlichen. Später begleitete sie als Honorarkraft bei der Diakonie Pfalz junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr. „Die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen, macht mir Freude“, sagt Jana Graf.

Dass sie ihr ehrenamtlich gesammeltes Wissen auch akademisch untermauern wollte, stand für sie fest. „Ich wollte auf jeden Fall studieren.“ Tatsächlich schrieb sie nur eine Bewerbung für einen Studienplatz und die ging an die Evangelische Hochschule Darmstadt. Die Hochschule war ihr schon vertraut, weil ihr Vater ebenfalls Soziale Arbeit studiert hat und an der EHD ein berufsbegleitendes Masterstudium in Management of Social Organisations absolvierte. Zu ihrer Überraschung und Freude war ihre Bewerbung an der EHD gleich erfolgreich. „Ich fand es schön, dass die Hochschule evangelisch ist“, betont Jana Graf. In Darmstadt konnte sie deshalb auch den gemeindepädagogisch - diakonischen Studienschwerpunkt der Sozialen Arbeit wählen. „Das war die richtige Entscheidung“, sagt sie.

Direkt nach dem Bachelorabschluss fand Jana Graf eine Stelle bei der Diakonie Baden. In Heidelberg arbeitet sie seit September 2021 als Bildungsreferentin für den Freiwilligen Dienst. Die EHD-Alumna betreut dort junge Menschen, die einen Freiwilligendienst machen wollen. Eine Arbeit, die sie aus ihrer früheren Tätigkeit bei der Diakonie Pfalz bereits kannte. Zumal sie nach der Schule selbst ein FSJ in der Oberpfalz absolvierte. „Ich wusste also, was auf mich zukommt“, lacht sie.

Rund tausend Freiwillige beschäftigt die Diakonie Baden jedes Jahr. Jana Graf betreut die jungen Menschen bei Bewerbungsgesprächen, vermittelt FSJ-Plätze, organisiert Seminare und Bildungstage, besucht die Einsatzstellen und hilft auch, wenn es mal kriselt und nicht so gut läuft. Die 24-jährige arbeitet aktuell zu 95 Prozent, damit sie nebenher das abschließende Berufseinstiegsmodul der Evangelischen Hochschule belegen kann. Vorstellen könnte sie sich durchaus auch ein späteres Masterstudium im Bereich Non Profit Management. „Dafür braucht man aber zwei Jahre Berufserfahrung“, berichtet sie. Mit ihrer Anstellung in Heidelberg ist sie derzeit mehr als happy: „Die Arbeit macht mir super viel Spaß“.

Text: Astrid Ludwig


„Ich wollte mit Menschen arbeiten“

Isabelle Schreiber hat ihren Bachelor in „Soziale Arbeit mit gemeindepädagogisch-diakonischer Qualifikation“ gemacht. Heute baut die Alumna der Evangelischen Hochschule im Ev. Dekanat an der Dill mit viel Engagement das Projekt Jugendkirche „Lightroom Church“ auf.

„Eigentlich wollte ich erst für die Kirche arbeiten, wenn ich 50 bin“, sagt Isabelle Schreiber und stimmt das für sie so typisch fröhliche Lachen an. Jetzt ist sie erst 28 Jahre alt und arbeitet doch für die evangelische Kirche – als Gemeindepädagogin für das Dekanat an der Dill in Herborn. Und das schon seit zwei Jahren und mit viel Begeisterung. Warum sie sich umentschieden hat? „Während meines Studiums an der EHD habe ich ein Praktikum in meiner alten Heimatgemeinde nahe Biedenkopf gemacht“, erzählt sie. Sie sollte einem Teenkreis für Jugendliche neues Leben einhauchen, was ihr schon nach wenigen Wochen gelang. „Ich habe gesehen, dass meine Arbeit den Jugendlichen Spaß macht.“ Eine Art Initialzündung, fortan auch ihr Studium mehr auf den gemeindepädagogischen Aspekt auszurichten. „Was ich seither nie bereut habe“, betont sie.

Schreiber stammt aus einer Familie, in der christliches Engagement zum Alltag gehört. Kindergottesdienst, Konfi-Kreis, Jungschaar, „kirchliche Arbeit hat in meinem Leben immer eine Rolle gespielt.“ Dass sie einen sozialen Beruf ergreifen würde, wusste sie schon als Abiturientin. „Ich wollte mit Menschen arbeiten.“ Eine Bekannte, „die schon studierte und von der EHD begeistert war“, weckte ihr Interesse an einem Studium in Darmstadt. Isabelle Schreiber bewarb sich, zuerst jedoch nicht erfolgreich. Sie machte dann ein längeres Praktikum in der Sozialen Arbeit.

Zunächst erwog sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in Afrika. „Ich wollte gerne ins Ausland“, erinnert sie sich. Aber dann entschied sie sich doch für Deutschland und wählte Köln für einen einjährigen Aufenthalt. Beim „Arche“-Projekt kümmerte sie sich um sozialschwache Familien, half Kindern bei den Hausaufgaben, betreute Jugendliche. Die offene Atmosphäre in der rheinischen Großstadt und im Projekt gefiel ihr. „Das war eine sehr gute Erfahrung und hat mich in meinem Studien- und Berufswunsch bestätigt.“

Die EHD war für sie die richtige Wahl. „Die Hochschule ist schön klein und sehr praxisorientiert.“ In ihren integrierten Praxisphasen im Umfang von ca. einem Jahr sammelte sie viel praktische Erfahrung, bei der sie auch ihr Fachwissen anwenden konnte. Das Studium ließ zudem Raum für Selbstreflektion, „um sich auch als Person neu kennenzulernen“, berichtet sie. Von 2013 bis 2017 absolvierte sie ihr Bachelorstudium in Soziale Arbeit mit gemeindepädagogisch-diakonischer Qualifikation. Eine Masterausbildung hat sie bisher nicht angeschlossen. Stattdessen verwirklichte sie doch noch ihren Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt und lebte ein Jahr in Paris als Aupair in einer Familie mit kleinen Kindern. Dort konnte sie ihr Französisch verbessern und gleichzeitig ihr pädagogisches Fachwissen anwenden.

Von Frankreich aus bewarb sie sich in Herborn auf ihre aktuelle Stelle als Gemeindepädagogin. „Eine neue Jugendkirche aufzubauen, etwas Neues zu entwickeln, fand ich sehr spannend.“ In Kooperation mit dem CVJM arbeitet sie mit einem vierköpfigen ehrenamtlichen Team im Jugendcafé des Dekanates, organisiert Veranstaltungen, Jugendabende oder Open-Air-Gottesdienste. Das Café soll ein Sammelpunkt sein, ein Ort der Begegnung und des Austausches für alle Jugendlichen aus dem Einzugsgebiet des evangelischen Dekanates an der Dill. „Das läuft sehr gut“, sagt Isabelle Schreiber – wenngleich die Pandemie viele Aktivitäten erst mal ausgebremst hat. Rund 30 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren kamen bis dahin täglich vorbei. Die EHD-Alumna wurde schnell auch zur Kummerkasten-Ansprechpartnerin, wenn es um Probleme in der Schule, mit den Eltern oder Liebeskummer ging. „Ich höre zu, gebe Feedback. Ein seelsorgliches Gespräch führe ich pro Woche.“ In Corona-Zeiten versucht sie mit Spaziergängen, über Instagram oder WhatsApp mit den Jugendlichen Kontakt zu halten.  „Das ist nicht das Gleiche, funktioniert aber.“ Ihr Team und die Jugendlichen fiebern dem Ende der Pandemie entgegen, damit „wir endlich wieder mit viel Enthusiasmus loslegen können“, sagt Isabelle Schreiber

Text: Astrid Ludwig


Nicola Herz

Nicola Herz wusste schon als Schülerin, was sie wollte: Sie wollte mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die 25-Jährige Gemeindepädagogin arbeitet vier Tage die Woche auf einer 3/4 Stelle, die dem Dekanat Groß-Gerau zugeordnet ist. Seit 2018 ist die gebürtige Groß-Gerauerin für die Kinder- und Jugendarbeit mitverantwortlich. Sie organisiert Freizeiten, Workshops und Fortbildungen. Unlängst war sie auf einer Konfirmandenfreizeit, dann stand der Jugendkirchentag in Wiesbaden an. Mit den Kolleg/inn/en kümmert sie sich um das Programm, entwickelt inhaltliche Ideen und betreut Projekte.

Ihre Ausbildung begonnen hat sie mit dem Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit mit gemeindepädagogischer/diakonischer Qualifikation“, der heute mit einigen Veränderungen „Diakonik/Gemeindepädagogik und Soziale Arbeit“ heißt. Entscheidend war der Besuch der Hochschul- und Berufsinformationstage (hobit) in Darmstadt. Sie besuchte den Info-Stand der Evangelischen Hochschule Darmstadt und danach war klar, „dass ich unbedingt Gemeindepädagogin werden und unbedingt an der EHD studieren wollte.“

Darmstadt war ihre 1. Wahl, weil sie nie „nur eine Nummer sein wollte. Ich wollte, dass die Professor/inn/en mich kennen“. Ihre Bilanz: „Das Studium hat mir viele Türen geöffnet. Ich habe einen guten Überblick für den Berufseinstieg bekommen.“

Foto: Astrid Ludwig

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