Flüchtlingshilfe: Qualifizierungsprogramm für Ehrenamtliche

Inhalte

Das Programm besteht aus acht in sich geschlossenen Bausteinen, die auch unabhängig voneinander besucht werden können:

  1. Rechtliche Aspekte und regionale Ressourcen
    In der Arbeit mit Flüchtlingen tauchen häufig Fragen des Asylverfahrensrechts und des Asylleistungsrechts auf. In einem Workshop sollen rechtliche Aspekte vermittelt werden. Die Teilnehmenden bekommen praktische Hinweise, wo sie vor Ort Unterstützung erhalten können.
    Referenten: Gabriele Dierks (Bürger- und Ordnungsamt Darmstadt), Djibril Agbandjala (Flüchtlingsberatung, DW Darmstadt)
    09.09.2016, 17:00-20:30 Uhr, Aula
  2. Interkulturelle Kompetenz und interkulturelle Kommunikation
    Wir werden uns in dieser  Veranstaltung mit dem Begriff der „Interkulturellen Kompetenz“ beschäftigen. Was verstehen wir darunter? Welche Anforderungen interkulturell kompetenten Handelns werden im Rahmen der ehrenamtlichen Arbeit mit Flüchtlingen an uns gestellt? Wie können interkulturelle Missverständnisse im Rahmen der Kommunikation entstehen? Wir werden Situationen analysieren, in denen „interkulturelle Missverständnisse“ entstehen, eigene Fallbeispiele können von den Teilnehmenden gerne eingebracht werden.
    Referentin:  Gabriele Dierks (Bürger- und Ordnungsamt Darmstadt)
    16.09.2016, 17:00-20:30 Uhr, Aula
  3. Eigene Ressourcen, Nähe und Distanz
    Der Workshop will die spezifischen Herausforderungen der Arbeit mit Geflüchteten thematisieren und dabei Fragen nach dem Erhalt der eigenen Ressourcen und daran anknüpfend nach dem persönlich richtigen Maß an Nähe und Distanz nachgehen.
    Referentin: Irina Baehr (Trainerin, Coach und Personalberaterin)
    17.09.2016, 9:00 – 13:30 Uhr, Aula
  4. Möglichkeiten und Grenzen der ehrenamtlichen Begleitung unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge
    Im Workshop wird vermittelt, welchen spezifischen Unterstützungsbedarf geflüchtete Kinder und Jugendliche haben. Hierbei werden die Teilnehmenden auch mit dem deutschen System der Jugendhilfe  bekannt gemacht. Zudem werden Möglichkeiten ehrenamtlicher Begleitung vorgestellt (Patenschaften, Mentorenschaft, etc.), aber auch Grenzen verdeutlicht.
    Referentin: Marie Rössel-Čunović (Dipl. Päd., systemische Familientherapeutin, Supervisorin)
    20.09.2016, 17:30 – 20:45 Uhr, VE 1
  5. Die Situation in den Herkunftsländern der Flüchtlinge – Politische Geschichte, soziale Verhältnisse, Kulturen und Fluchtursachen
    Insbesondere am Beispiel Syriens werden diese Themen und die Versuche, eine demokratische Gesellschaft zu entwickeln, beleuchtet. Dadurch werden Fluchtursachen nachvollziehbar. Die Bedeutung unterschiedlicher Religionen und Kulturen verschiedener Bevölkerungs-schichten sowie des Geschlechterverhältnisses werden vorgestellt. Es wird mit kurzen Vorträgen und Arbeitsgruppen, die die Erfahrungen der Teilnehmenden aufgreifen, gearbeitet.
    Referenten: Prof. Dr. Cornelia Mansfeld  und Herr M. Hadid
    23.09.2016, 17:00 - 20:30 Uhr, Aula
  6. Flucht und Demokratie: Politische Bildung für Einheimische und Zugewanderte im Kontext Flucht
    Flüchtlinge und ihre Unterstützer erleben nicht nur Hilfsbereitschaft, sondern auch Aggressionen. Flüchtlinge aus unterschiedlichen Regionen können sich gegenseitig ebenfalls ausgrenzen. In diesem Baustein geht es darum, die Ursachen fremdenfeindlichen und fremdenfreundlichen Verhaltens zu verstehen, um einen Umgang damit entwickeln zu können, der in einer Gesamtsicht Demokratie fördert. Die Arbeitsform besteht aus Inputs und Arbeitsgruppen.
    Referentin: Prof. Dr. Cornelia Mansfeld
    24.09.2016, 9:00 – 12:30 Uhr, Aula
  7. Baustein Gesundheit und Trauma
    Was sind die Ursachen und Folgen eines Traumas? Welche gesundheitsrelevanten Fragen spielen in der ehrenamtlichen Begleitung von Geflüchteten eine Rolle? Der Workshop thematisiert Möglichkeiten der Unterstützung traumatisierter Menschen und informiert über den Zugang zu gesundheitlichen Versorgungsstrukturen.
    Referenten: Irina Dannert (Institut für Traumabearbeitung und Weiterbildung Frankfurt a.M.), Dr. Wolfgang Kauder (Malteser Migranten Medizin)
    07.10.2016, 17:00-20.30 Uhr, Aula
  8. Kommunikation, Spracherwerb und Bildung
    Im Workshop sollen Möglichkeiten nonverbaler, kreativer Kommunikation erarbeitet werden, zudem soll auf der Basis von praktischem Schulungsmaterial eingeübt werden, wie grundlegende Deutschkenntnisse für eine gelingende Kommunikation im Alltag vermittelt werden können. Ziel ist es sicherlich nicht, Flüchtlingen fließendes Deutsch beizubringen, gleichwohl ein sprachliches Fundament zu vermitteln, das für den Einstieg in das Leben in Deutschland hilfreich ist und der Isolation entgegenwirkt.
    Referent: Dr. Christoph Merkelbach (Zentrum für Interkulturelle Kompetenz TU Darmstadt)
    08.10.2016, 9:00 - 12:30 Uhr, Aula

Zusätzlich zu den Qualifizierungsangeboten gibt es die Möglichkeit für Ehrenamtliche im Rahmen eines Runden Tisches sich regelmäßig über ihre Erfahrungen auszutauschen. Genauere Informationen erhalten Sie über das Freiwilligenzentrum Darmstadt.

Die Veranstaltungen finden in den Räumen der Evangelischen Hochschule Darmstadt im Zweifalltorweg 12 statt.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Anmeldung erfolgt über die Homepage des Freiwilligenzentrums Darmstadt.
Zur Anmeldung

Broschüre zum Download

Die Evangelische Hochschule Darmstadt, das Zentrum Bildung der EKHN, das Evangelische Dekanat Darmstadt-Stadt und das Freiwilligenzentrum Darmstadt haben in gemeinsamer Initiative ein Programm zur Qualifizierung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe entwickelt.

Ziele

Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe in ihrer Arbeit zu unterstützen und zu qualifizieren. So soll ihre Motivation und ihr Engagement auch in schwierigen  Situationen Bestand haben können. Neben Grundlagenwissen geht es auch darum zu erfahren, wo man sich Unterstützung holen kann und um Erfahrungsaustausch.

Aktualisiert am