Aktuell

Aufwertung des Studienstandorts Schwalmstadt

11.12.2019. Die Evangelische Hochschule erhält neue Seminar- und Büroräume auf dem Stammgelände der Hephata Diakonie in Schwalmstadt. Im Haus Bethanien neben der Kirche wird das zweite Obergeschoss auf einer Fläche von 600 Quadratmetern für Hochschulzwecke umgebaut.

„Der Umbau wird den Hephata-Campus als Bildungsstandort weiter stärken“, freut sich Hephata-Vorstandssprecher Maik Dietrich-Gibhardt über das Projekt, das nach langem Planungsvorlauf mit Beginn des Jahres 2020 in die Tat umgesetzt wird. „Wenn alles gut klappt, kann die EHD möglicherweise schon zum Wintersemester 2020/21 einziehen“, sagt Dietrich-Gibhardt.

„Mit der neuen Etage im Haus Bethanien wird die EHD am Studienstandort auf dem Hephata-Gelände Lehrenden und Lernenden noch bessere Arbeitsbedingungen bieten“, ergänzt EHD-Präsident Prof. Dr. Willehad Lanwer begeistert. „Mit unserem gemeinsamen Engagement werten wir Schwalmstadt als einzigen Standort einer Hochschule für angewandte Wissenschaften in Nordhessen deutlich auf.“

Bislang nutzt die EHD Räume auf dem Campus der Hephata-Akademie. Dort sind die Kapazitätsgrenzen allerdings erreicht, zumal sich sowohl die Hephata-Akademie als auch die EHD über steigende Studierendenzahlen freuen. „Grundsätzlich bleibt es trotz der zusätzlichen Räume für die EHD im Haus Bethanien bei dem bewährten Miteinander der Fachschulen an der Hephata-Akademie und der Hochschule, so dass auch weiterhin beispielsweise die Bibliothek und die großen Seminarräume gemeinsam genutzt werden“, betont Dietrich-Gibhardt.

Derzeit studieren fast 200 junge Menschen am Treysaer Standort der EHD Soziale Arbeit. An den Fachschulen der Hephata-Akademie gibt es aktuell insgesamt rund 300 Studierende, die Abschlüsse als Erzieher, Heilerziehungspfleger, Heilpädagoge, Diakon, Altenpfleger und Altenpflegehelfer anstreben.

Die kalkulierten Kosten für den Umbau im Haus Bethanien liegen bei zirka 600.000 Euro. Hephata trägt mit 400.000 Euro den Hauptteil der Kosten, die EHD investiert 150.000 Euro. Die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) unterstützt das Vorhaben mit 50.000 Euro.


Zusatzqualifikation Schulgesundheitsfachkraft im Bachelor Pflege und Gesundheitsförderung erfolgreich gestartet

Das Thema Pflegekräfte an öffentlichen Schulen, sogenannte Schulgesundheitsfachkräfte, gewinnt auch in Deutschland mittlerweile an Bedeutung. In zahlreichen Bundesländern gibt es entsprechende Modellprojekte und in Hessen werden ab Januar 2020 zehn Fachkräfte unbefristet angestellt. Diese „Pionierinnen“ des neuen Tätigkeitsfeldes wurden in einer umfangreichen Weiterbildung zunächst an der EHD ausgebildet und tätigkeitsbegleitend unterstützt. Sie sichern mit großem Erfolg die gesundheitliche Versorgung der Kinder und Jugendlichen während des Schulbesuches und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Bildungserfolg, denn: Gesundheit und Bildung sind eng miteinander verzahnt, wie auch die ARD berichtete (Fernsehsendung vom 11.11.2019 mit Absolventinnen der EHD).

Das neue Tätigkeitsfeld für Pflegekräfte an Schulen bedarf auch neuer Wege der Qualifizierung. Der Fachbereich Pflege- und Gesundheitswissenschaften ist deshalb in diesem Wintersemester mit einem Studienschwerpunkt zur Schulgesundheit erfolgreich gestartet. Als erste Hochschule deutschlandweit bietet die EHD Pflege-Studierenden die Möglichkeit, im Rahmen ihres BA Studiums eine „Zusatzqualifikation Schulgesundheitsfachkraft“ zu erwerben. In dieser werden die Studierenden passgenau auf eine mögliche spätere Tätigkeit in der Schulgesundheitspflege vorbereitet.

Nähere Informationen zu den Inhalten und Rahmenbedingungen der Zusatzqualifikation erhalten Sie auf der Studiengangseite oder über Prof. Dr. Ulrike Manz (ulrike.manz@eh-darmstadt.de)


Das Land, in dem wir leben wollen

Dr. Udo Bentz, Weihbischof des Bistums Mainz und Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der EKHN


14.10.2019. Unsere Gesellschaft spaltet sich, der Unterschied zwischen Arm und Reich wird größer, der Umgang miteinander ruppiger. Populisten, die Angst und Vorurteile verbreiten, gewinnen an Einfluss, die Kulturen der Menschen werden vielfältiger, der Klimawandel drängt nach einem neuen Handeln. Was aber hält unsere Gesellschaft zusammen? Und wie ist ein gutes Leben für alle Menschen hier möglich? Diese Fragen diskutierten Soziologin Jutta Allmendinger mit dem hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten  Volker Jung und Udo Bentz, Weihbischof des Bistums Mainz an der EHD. Ein Baustein: Orte und Möglichkeiten der Begegnung schaffen. Veranstalter war das Forum Gemeinwesenarbeit/ Gemeinwesendiakonie Darmstadt-Dieburg.

Dr. Volker Jung und Prof. Jutta Allmendinger


Neues Präsidium an der Evangelischen Hochschule Darmstadt

Kanzler Dr. Arne Lankenau, Präsident Prof. Dr. Willehad Lanwer und Vizepräsident Prof. Dr. Michael Vilain (v.l.n.r.)

 

10.10.2019. Prof. Dr. Willehad Lanwer (63) ist zum Wintersemester 2019/2020 durch das Kuratorium zum geschäftsführenden Präsident der Evangelischen Hochschule ernannt worden. Der gewählte Vizepräsident für Studium und Internationales folgt auf Prof. Dr. Marion Großklaus-Seidel, deren Amtszeit abgelaufen ist. Ebenfalls zum beginnenden Wintersemester verstärkt Prof. Dr. Michael Vilain (50) das Präsidium als Vizepräsident für Forschung und Internationales.

„Die Hochschullandschaft steht vor gravierenden Veränderungen“, so Willehad Lanwer mit Blick auf die wachsende Bedeutung von Forschung, Internationalisierung und Digitalisierung. „Eine aktuelle Herausforderung liegt auch darin“, so Lanwer, „die zeitlich befristeten Finanzierungsanteile auch über 2020 hinaus zu sichern. Zwei Millionen Euro flossen bislang aus Wiesbaden über den Hochschulpakt in den EHD-Haushalt. Daran geknüpft war die Mehraufnahme von rund 600 Studierenden.“

Die Evangelische Hochschule ist für das Land Hessen ein starker Bildungspartner. Über die HAW Hessen, den Zusammenschluss der fünf staatlichen Hochschulen und der EHD ist sie in alle hochschulpolitischen Diskussionen involviert. „Wir verfügen heute schon über ein breites Netz an Kooperationen“, ergänzt Michael Vilain., „ein besonderes Verdienst der scheidenden Präsidentin Marion Großklaus-Seidel. Hieran gilt es anzuknüpfen und die Internationalität der Hochschule weiter auszubauen und innovative Formen anwendungsorientierter Forschung zu fördern. Dazu gehört auch der besserer Zugang zur hessischen Forschungsförderung.“

Die Evangelische Hochschule erfüllt mit ihren 1800 Studienplätzen seit nunmehr bald 50 Jahren subsidiär staatliche Bildungsaufgaben. Sie orientiert sich dabei eng an landespolitischen Richtlinien – etwa, wenn es um Berufungsverfahren geht, die Lehrverpflichtungsordnung, wissenschaftliche Weiterbildungsprogramme oder auch die Betreuung von Promotionen.

Prof. Dr. Willehad Lanwer wurde 2003 für Heilpädagogik an die EHD berufen. Der Behindertenpädagoge lehrt und forscht zu Inklusion/Exklusion, Gewalt, zur rehistorisierenden Diagnostik, zu kulturhistorischen Theorie und Tätigkeitstheorie. Er ist Vorsitzender der Luria Gesellschaft, einem Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Grundlegung und Rehabilitation hirngeschädigter Menschen und Mitherausgeber des Jahrbuchs der Luria-Gesellschaft. Darüber hinaus ist er seit über 10 Jahren Schriftleiter der Fachzeitschrift Behindertenpädagogik. Weitere Informationen zur Person unter www.eh-darmstadt.de/lanwer

Prof. Dr. Michael Vilain ist seit 2008 Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und geschäftsführender Direktor des Instituts für Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IZGS) der EHD. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. Nonprofit-Management, Zivilgesellschaft im Wandel, Netzwerke und Geschäftsmodelle der Zukunft. Vilain ist u.a. Veranstalter des Social Talks, einer jährlichen Fachtagung für Führungskräfte aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft. www.eh-darmstadt.de/vilain


Rassismus und Soziale Arbeit

Hochschulpreis der Evangelischen Hochschulgesellschaft und der Diakonie Hessen verliehen

Preisträger Gianluca Giongo, Irene Finger (Diakonie Hessen), Prof. Dr. Alexa Köhler-Offierski (Evangelische Hochschulgesellschaft e.V.) und Jury-Mitglied Ortrud Störkel-Lang (v.l.n.r.)

 

27.09.2019. Gianluca Giongo erhielt für seine Arbeit zur Notwendigkeit rassismuskritischer Perspektiven in der Sozialen Arbeit den Hochschulpreis der Evangelischen Hochschulgesellschaft und der Diakonie Hessen. Der Absolvent der Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD) setzt sich in seiner Bachelorarbeit mit interkulturellen Konzepten in der Sozialen Arbeit auseinander und fragt danach, inwiefern diesen tendenziell – trotz emanzipativen Anspruchs – rassistische Logiken immanent sind.

Rassismus als mächtiges Unterscheidungssystem basiert auf der konstruierten Gegenüberstellung und Unvereinbarkeit von „fremd“ und „eigen“.  Gegenwärtig kommt er im Gewand des Kulturbegriffes daher, aus der Mitte der Gesellschaft, befeuert vom rechten Rand. Auch Soziale Arbeit übernimmt in der Praxis oft unhinterfragt die Perspektive einer „kulturellen Differenz“, versucht den Respekt vor „anderen Kulturen“ zu fördern oder „interkulturelle Kompetenzen“ zu vermitteln. Hierdurch verfestigt sie jedoch ggf. soziale Ungleichheit, Ausschließung und Hierarchisierung. Gianluca Giongo sieht als Basis einer rassismuskritischen Praxis Sozialer Arbeit daher die Notwendigkeit einer intensiven Reflexion des vorherrschenden Kulturbegriffs und eigenen Handelns. Beobachtbare und erlebte Handlungen, Situationen und Konflikte lassen sich auch aus Mechanismen von Migration erklären. Als neuen Blickwinkel schlägt er die Hinwendung zur Migrationspädagogik vor.

Betreuerinnen der Arbeit von Herrn Giongo waren Prof. Dr. Alexandra Rau und Prof. Dr. Gisela Kubon-Gilke vom Fachbereich Sozialarbeit/Sozialpädagogik der EHD. Die Evangelische Hochschulgesellschaft e.V. und die Diakonie Hessen vergeben jährlich einen Förderpreis für herausragende Abschlussarbeiten an Absolventinnen und Absolventen der Evangelischen Hochschule Darmstadt. Sie wollen damit auf drängende gesellschaftliche Fragen und Problemfelder aufmerksam machen. Der Hochschulpreis ist mit 1000 Euro dotiert. www.eh-darmstadt.de/hochschulgesellschaft

 

 


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